|
Die Zucht von P. turneri gestaltet sich vergleichsweise einfach. Sind die Rahmenbedingungen für die Tiere in Ordnung, kommt es automatisch zu Paarungsversuchen. Eine Winterruhe führe ich nicht in dem Sinne durch. Die Paarung der Tiere verläuft relativ friedlich. Der Paarungsversuch beginnt meist damit, dass das Männchen das Weibchen mit der Schnauze anstupst und ableckt. Ist das Weibchen nicht bereit, setzt sie sich jetzt vom Männchen mit einem kurzen Sprint ab. Anderenfalls wird die Paarung vollzogen. Wobei dieses aber selten vor den Augen des Züchters passiert, so ist zumindest meine Erfahrung. Die Paarung selbst ist mit denen anderer Geckogattungen durchaus zu vergleichen, das Männchen beißt sich im Bereich des Nackens oder des Vorderbeins fest und schiebt seinen Schwanz unter den des Weibchens. Daraus resultierende Verletzungen konnte ich an meinen Tieren allerdings nicht feststellen. Ein paar Wochen später (ca. einen Monat) zeichnen sich die Eier bereits deutlich am Profil des Weibchens ab. Der Hinterleib des Weibchens ist in diesem Zustand etwas unförmig und verbreitert.  | Trächtiges Weibchen von P. turneri. |
Kurz darauf beginnt das Weibchen dann zu graben. Diese Tätigkeit dauert meist zwei/drei Tage, bis das Weibchen den geeigneten Eiablageplatz gefunden hat. Allerdings ist es bei mir auch schon vorgekommen, dass das Weibchen die Eier nicht vergraben hat, sondern an einen Blumentopf geklebt hat. Die Gelege bestehen meist aus zwei einzelnen Eiern, manchmal legt das Weibchen auch nur ein Ei ab. Die Eier sind relativ zerbrechlich, so kommt es auch, dass geklebte Gelege nicht aus dem Terrarium zu entfernen sind. Das erste Gelege, das meine P. turneri abgesetzt haben, konnte ich nicht bergen, da die Eier geklebt waren und beim ablösen zerbrachen. Einen Monat später entdeckte ich das zweite Gelege am 10.08.2002, wenige Stunden nach der Eiablage. Die zwei Eier wurden in einen selbstgebauten Inkubator überführt. Eine alte Heimchendose füllte ich mit Vermiculit, dass ich vorher mit Wasser angefeuchtet und ausgedrückt habe. Danach legte ich die Eier in kleinen Mulden, so dass sie ca. bis zur Hälfte im Vermiculit lagen. Bei 27-28°C wurden die Eier dann inkubiert. Am 04.10.2002, also nach ca. 55 Tagen, entdeckte ich am Morgen das erste Jungtier. Wenige Stunden später schlüpfte auch der zweite Gecko. Zunächst habe ich beide P. turneri Jungtiere in etwas größeren Heimchendosen gehalten, die einen Sichtschutz an den Seiten besaßen. Eingerichtet waren sie mit einem Stück Kletterast, ein paar Blättern und einem Röhrchen, in dem sich die Tiere tagsüber verstecken konnten. Als Bodengrund habe ich Papiertaschentücher verwendet. Wasser wurde in einem kleinen, umfunktioniertem Deckel angeboten. Beheizt wurden die Dosen durch die Abwärme eines anderen Terrariums, das von mir als Regal missbraucht wurde. Als Futter habe ich täglich kleine Heimchen und Drosophila angeboten. Bei jeder zweiten Fütterung habe ich die Futtertiere mit Korvimin ZVT oder Nekton-MSA bestäubt. Nach 2 Monaten habe ich die Jungtiere gemeinsam in einem 20x20x30cm (B x T x H) Insektenterrarium untergebracht. Mittlerweile haben die Tiere 16 cm Gesamtlänge erreicht und leben getrennt in 40x25x30 cm (B x T x H) Terrarien, da sich beide Geckos als Männchen erwiesen haben. Die Rivalitäten begannen nach ca. einem Jahr (Stand 02/2004).  | Aufzuchtterrarium 20x20x20 cm. Mit umfunktionierter Fotodose als Versteck und Flaschendeckel als Trinknapf. |
Zwischenzeitlich habe ich mehr aus versehen auch zwei Gelege á zwei Eier im Terrarium gezeitigt. Hier waren die Eier allen Einflüssen ausgesetzt, sowohl Futtertieren als auch Wasser aus dem Zerstäuber. Trotzdem schlüpften auch hier alle vier P. turneri. Die geschlüpften Geckos lebten einige Tage im Terrarium, allerdings habe ich sie nach der Entdeckung relativ schnell entfernt, da die Elterntiere ihnen nachsetzten. |